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Die Problematik der Neuauflagen am Beispiel der Bear Family-Edition



Vorbei Jdisches Musikleben in Nazi-Berlin, 1933-38



Vortrag: Schwarzhrer Klingende Vielfalt auf Schellacks, Tagung der Gesellschaft fr Historische Tontrger, Wien-Hietzing, 10.05.2003,





1. Einleitung

Ich bin der Herausgeber der Deutschen National-Discographie, das ist der Versuch, alle in Deutschland entstandenen historischen Tondokumente systematsich zu erfassen.. Ab und zu stie ich auf seltsame Schallplatten, die einen offensichtlich deutsch-jdischen Hintergrund hatten einen Hintergrund, den ich zunchst nicht richtig einordnen konnte.

Vor nunmehr 10 Jahren, im Jahre 1992, veranstaltete die Akademie der Knste in Berlin unter dem Namen Geschlossene Vorstellung die unvergessene Ausstellung ber den Jdischen Kulturbund, die Selbsthilfeorganisation jdischer Knstler in Nazi-Deutschland. Die Ausstellungsmacher forschten intensiv nach Schallplatten der Marke Lukraphon, auf denen Aufnahmen von Mitgliedern des Jdischen Kulturbundes erschienen sein sollten. Trotz aller weltweiten Bemhungen konnte das Geheimnis der Lukraphon damals nicht gelftet werden.

Hier nun wurde mein Forscher-Ehrgeiz geweckt - schliesslich ist die Geschichte der Schallplattenindustrie ist mein Spezialgebiet. Ich fragte zwei Freunde, ob sie bereit seien, mit mir ein Team zu bilden. Beide sagten zu: Horst Bergmeier aus den Niederlanden und Ejal Eisler aus Israel.

Sodann fragte ich Richard Weize, den Chef der renommiertesten deutschen Spezialfirma fr anspruchsvolle, historische CD-Editionen, ob er bereit sei, dieses Vorhaben zu frdern, das sicher kein lukratives Renditeprojekt sondern ein Zuschussgeschft sein wrde. Auch er sagte zu.

Etwa drei Jahre lang haben wir als Team intensiv gearbeitet, ohne ffentlichen Auftrag und ohne alle Frdermittel. Jeder von uns Autoren hat sicherlich so um die 10.000 Mark aus eigener Tasche beigesteuert die Englnder wrden sagen, als Gentleman researchers of private means. Aber das ist wenig im Vergleich zu der dreiviertel Million Mark Produktionskosten, die fr eine mittelstndische Firma kein Pappenstiel sind.
Glcklicherweise konnten wir auf ein weltweites Netz von Kontakten zurckgreifen. Die Hilfsbereitschaft von Einzelpersonen ebenso wie von Institutionen und Archiven war berwltigend. In der Tat hat es nur einen einzigen Fall gegeben, dass sich ein Sammler strikt geweigert hatte, Mitglied des Teams zu werden und Informationen mit uns zu teilen. Seine Begrndung war unter anderem, dass das Thema keinesfalls von einem Nichtjuden behandelt werden drfe.

Das Werk ist daher nicht so vollstndig, wie wir uns das alle erhofft hatten. Dennoch ist es wie ein Wunder, dass wir in buchstblich allerletzter Sekunde mit einigen Zeitzeugen reden konnten. Es ist wie ein Wunder, dass wir nach fast 70 Jahren nahezu alle Tondokumente nicht nur finden, sondern auch restaurieren und wiederverffentlichen konnten. Wir sind glcklich und stolz, dieses bedeutende Kapitel der jdischen Geschichte, der deutschen Geschichte, der deutsch-jdischen Geschichte dokumentieren und fr alle Zeiten und fr jedermann zugnglich machen zu knnen.

Zum Verstndnis der Zusammenhnge mchte ich zunchst kurz auf das zeitgenssische Umfeld eingehen. Sodann mchte ich Ihnen die Plattenlabels und deren Inhaber vorstellen. Un schliesslich mchte ich auf einige der besonderen Probleme eingehen, die wir bei diesem Vorhaben zu lsen hatten.

2. Politisches Umfeld

Berlin war in den Goldenen Zwanzigern das unbestrittene kulturelle Zentrum Europas ja der Welt. In der kurzen Zeitspanne vom Ende der Inflation bis zur Machtbernahme durch die Nazis 1933 sind dort Musik, Literatur, Theater, Wirtschaft, Technologie, Unterhaltung, die Schnen Knste, Film und Poesie geradezu explodiert. Die Stadt hatte ber vier Millionen Einwohner nur London war grer, allerdings nicht an Flche. Keine andere Stadt verfgte ber mehr Industrie, 17 Fluglinien steuerten die Metropole an, mehr als in jeder anderen Stadt weltweit. Es gab ber 40 Theater und Opernhuser. Zahlreiche Zeitungen erschienen bis zu viermal tglich und boten darberhinaus noch zustzliche Extraausgaben.

Bis 1933 war Deutschland, mehr als andere Lnder, ein Zufluchtsort fr die Juden in der Diaspora. Im Gegensatz zu anderen Staaten waren die Juden in Deutschland nicht hin und hergerissen zwischen ihrer religisen und ethnischen Identitt einerseits und ihrer Loyalitt gegenber dem Land, dessen Brger sie waren, andererseits. Sie konnten sich ber 1000 Jahre lang vergleichsweise frei entfalten. Whrend der frhen 30er Jahre lebten rund eine Million Juden in Deutschland. Das war weniger als ein Prozent der Gesamtbevlkerung. Etwa die Hlfte davon war jdischen Glaubens. Die meisten lebten in Berlin.

Mit der Weltwirtschaftskrise folgten auch in Deutschland ein wirtschaftlicher Niedergang und politische Instabilitt, die 1932 Neuwahlen im Deutschen Reich erforderlich machten. Die Nazi-Partei, bis dahin ohne Bedeutung bei vorherigen Wahlen, nutzte bei ihren Kampagnen systematisch auch die Mglichkeiten der modernen Massenkommunikation und setzte zB Flugzeuge und Propaganda-Schallplatten ein und bekam berraschenderweise mehr Whlerstimmen als jemals zuvor. Hitlers Ernennung zum Reichskanzler sorgte 1933 dafr, dass viele Liberale und Oppositionelle aus Deutschland flchteten. Darunter waren Sozialisten und Kommunisten, aber vor allem Juden jeder politischen berzeugung fast 40000 verlieen sofort das Land.

Mit der Machtergreifung Hitlers 1933 wurde der Antisemitismus zur Staats-Doktrin. Jede Erinnerung an Klang und Stimme jdischer Knstler sollte ebenso vergessen gemacht werden wie die jiddische Sprache.

Die neuen Herrscher begannen damit, die Juden von allen Bereichen des ffentlichen Lebens auszugrenzen und fremdrassige Tendenzen aus der deutschen Kunst zu eliminieren. Die Dirigenten Bruno Walter und Otto Klemperer sowie der Komponist Kurt Weill stehen stellvertretend fr hunderte, aberhunderte, ja tausende weniger bekannte Musiker, die entweder in die Emigration gezwungen wurden oder sich damit abfinden muten, nicht mehr beschftigt zu werden. Dies betraf auch rund 8000 jdische Opern- und Konzertsnger, Schauspieler und Orchestermusiker Mnner wie Frauen Dirigenten und Regisseure. Hinzu kamen alle jdischen Beschftigten an Theatern und Konzerthusern sowie eine unberschaubare Menge freischaffender Komponisten und Arrangeure, Librettisten und Songschreiber, Unterhaltungssnger und Autoren des politischen und satirischen Kabaretts, Tnzer und Interpreten der leichten Muse. Gewissermaen ber Nacht standen sie alle auf der Strae.

Die neuen Machthaber wussten nicht, was sie mit diesem Heer der Arbeitslosen beginnen sollten, die aus angesehenem sozialem Umfeld kamen und gute Verbindungen ins Ausland hatten. Sie waren sich jedoch bewusst, dass das Ansehen des Regimes unter diesem Skandal leiden wrde. Um die Zahl der Beschftigungslosen zu reduzieren und um ihnen ein Auskommen und eine akzeptable Perspektive zu verschaffen, gab es Verhandlungen zwischen dem Reichs-Propagandaministerium und Vertretern der jdischen Gemeinde. Diese Gesprche fhrten zur Grndung des Kulturbundes Deutscher Juden in Berlin. Dort nmlich befand sich die zahlenmig strkste jdische Gemeinde in Deutschland und die fnftgrte weltweit. Ungefhr zehn Prozent (rund 20000) wurden Mitglieder im Kulturbund. Ihnen war es mglich, ein Theater zu mieten. Mit Erlaubnis der Zensoren der Gestapo durften sie Musik- und Bhnenwerke auffhren und andere kulturelle Veranstaltungen durchfhren. Nur Juden durften Mitglieder im Kulturbund werden, ausschlielich Juden durften die Veranstaltungen besuchen.

Unter den vielfltigen Ansichten und Glaubensausrichtungen, die im Kulturbund vertreten waren, dominierten zunchst die christlich oder weltlich erzogenen Juden, die sich nur unter dem Zwang des Regimes, wenn berhaupt, zum Judentum bekannten. Von diesen prallten rituelle Theater- und Musikprogramme mit ihrer Symbolik weitgehend ab. Dementsprechend begann der Veranstaltungsbetrieb des Berliner Kulturbundes durchaus normal, das heit, deutsch-brgerlich, mit Boulevardstcken, Operetten-, Kleinkunst- sowie Kabarettabenden.. Von einem typisch jdischen Programm konnte zunchst keine Rede sein. Als musikalisches Beispiel nun ein Kabarett-Chanson von Willy Rosen: Wenn ich den Text nicht weiter kann.
CD 8/6 Lukraphon: Willy Rosen Wenn ich den Text nicht weiter kann

Die Diskussion zwischen assimilierten Westjuden, die sich gegen den Ausschluss aus der deutschen Kultur und gegen die Gefahr einer geistigen Gettoisierung stemmten, und Vertretern des Ostjudentums, die auf die kulturpolitische Ausgrenzung mit einer selbstbewussten Beschrnkung auf Werke jdischer Autoren reagieren wollten, wurde von beiden Seiten mit Leidenschaft gefhrt. Die Entscheidung trafen schlielich die NS-Funktionre, als sie 1935 dem Kulturbund die Auffhrung solcher Werke untersagten, die als besonders deutsch galten. Schlielich waren nur noch jdische und auslndische Autoren und Komponisten erlaubt, vorausgesetzt, sie waren lnger als 50 Jahre tot und somit nicht mehr tantiemepflichtig.

Zwischen 1933 und 1938 verstrkten sich die Repressalien gegen die Juden permanent. Ab 1939 durften sie keinerlei Handel mehr betreiben, alle Geschfte wurden arisiert oder geschlossen. Bei Kriegsbeginn 1939 wurden dann smtliche Kulturbund-Aktivitten verboten bis zu seiner endgltigen Auflsung 1941. Bis zum Ausreiseverbot, ebenfalls 1941, hatten schon nahezu 300 000 Juden Deutschland verlassen.

3. Jdische Schallplattenfirmen

3.1 Semer

So unglaublich es erscheinen mag: In dieser unertrglichen politischen Atmosphre zwischen 1933 und 1937 hielten mehrere jdische Schallplattenfirmen ihren Betrieb aufrecht sie wurden von den Nazis toleriert, bis sie ihren Zweck erfllt hatten und verboten wurden. Die beiden wichtigsten Firmen gehrten Hirsch Lewin und Moritz Lewin, die jedoch trotz des gemeinsamen Nachnamens nicht miteinander verwandt waren. Hirsch Lewin war Eigentmer des Hebrische Buchladen, mit Sitz im jdischen Scheunenviertel. Hirsch Lewin war ein orthodoxer Ostjude, der auch die Befhigung zum Rabbi hatte.

Hirsch Lewin wurde in Wilna geboren. Whrend des Ersten Weltkriegs musste er in Deutschland Zwangsarbeit verrichten und zog 1919 endgltig nach Berlin. 1932 grndete er das Semer-Label. Anfangs standen im Repertoire jiddische Komiker und kantorale Gesnge (hufig bernommen von Artiphon, einer anderen jdischen Plattenfirma, die whrend der wirtschaftlichen Depression in Schwierigkeiten kam).

1934 erweiterte er das Angebot um zionistische Aufnahmen, etwa Hatikwa (seit 1933 die offizielle zionistische Hymne, spter die israelische Nationalhymne) oder Ich fohr aheim. Ab 1935 gab es dann eine Verordnung, dass nur noch jdisches Repertoire angeboten werden durfte was fr Hirsch Lewin natrlich kein Problem war. Ende 1936 gab es zustzlich ein Verbot fr Neueinspielungen jdischer Interpreten; Wiederverffentlichungen waren allerdings noch gestattet. Ab Mrz 1937 durften jdische Buchlden nur noch Hebraika und Judaika verkaufen.

Das Jahr 1936 war fr Lewin bedeutsam, weil er fr Platten-Aufnahmen den talentierten polnischen Kantor Israel Bakon entdeckte. Hirsch Lewin machte mit ihm 28 Aufnahmen fr das Semer-Label, hauptschlich jiddische Folklore-Lieder wie Bruderlach Ahejm, ein Titel, tief verwurzelt in osteuropischer Tradition.

Im Dezember 1937 wurde die verbliebene Schallplattenindustrie in Deutschland arisiert, und Hirsch Lewin musste sein Geschft schlieen. 1938 wurde sein Laden von der SA demoliert; rund 4500 Platten und 250 Metall-Matrizen wurden dabei zerstrt. Im Jahr darauf folgte Lewins Ernennung zum Rabbi der Young Israel Synagoge in New Haven, Connecticut. Er konnte die Stelle jedoch nicht antreten, weil der Zweite Weltkrieg begonnen hatte. Noch 1939 wurde er ins Konzentrationslager Sachsenhausen verschleppt. Nach seiner Entlassung 1940 deportierte man ihn nach Wien, wo er sich einem illegalen Transport nach Palstina anschloss, aber als Schiffbrchiger in Italien landete. Seine Frau entkam der Deportation, sie ging 1942 in den italienischen Untergrund. Die Familie fand in Italien wieder zusammen; ihr gelang es 1944, nach Palstina zu emigrieren.

Dort baute Lewin 1946 die neue Plattenfirma Kol Zion auf, bis ihm das Geld ausging. Lewin musste die Firma verlassen, noch bevor die erste Schallplatte gepresst worden war. Seine Partner fhrten das Unternehmen weiter. Davon unbeeindruckt, grndete Lewin im folgenden Jahr eine neue Firma, Hed-Arzi. Sie verwendete die Label-Namen Samir und Hed-Arzi, und Lewin setzte auf Wiederverffentlichungen des Semer-Materials aus Deutschland und Neueinspielungen. Er starb 1958. Spter verkaufte sein Sohn Hed-Arzi, die Firma existiert allerdings noch heute.

3.2 Lukraphon

In der Berliner Friedrichstrae, also im Hauptgeschftsviertel, betrieb Moritz Lewin ber sein Radio-Haus das Lukraphon-Label. Er war ein liberaler Berliner Geschftsmann. Viele Snger und Instrumentalisten des Jdischen Kulturbundes in Berlin nahmen Platten fr Lukraphon auf, das wenngleich nicht formell als solches ausgewiesen das Kulturbund-Label war. Es verffentlichte hauptschlich Klassik, Tanzmusik und Folklore.
Moritz Lewin, ein typisch deutscher Geschftsmann, wurde 1885 in Berlin geboren. 1920 grndete er die Firma Lukra, er handelte mit Radios und Schallplatten. Er war der Ansicht, Hitler wrde sich nicht lange halten und startete nach der Machtbernahme durch die Nazis seine eigene Schallplattenfirma Lukraphon. Erste Aufnahmen fanden 1935 statt. Schon wenige Monate spter erfolgte die Verordnung, dass jdische Interpreten zwar weiterhin Platten aufnehmen drften, jedoch nur jdisches Repertoire. Im September 1935 wurden die berchtigten Nrnberger Gesetze zum Schutze deutschen Blutes erlassen.
Ab 1935 druckte Lewin auch Labels in englischer Sprache fr Exportzwecke, und 1936 erweiterte er sein Repertoire um osteuropisches Material, zionistische Aufnahmen und palstinensische Volkslieder als Angebot fr Emigranten nach Palstina. Im Lauf des Jahres 1936 untersagte ein neuer Erlass dann jegliche Aufnahmen durch jdische Interpreten. Nach den Olympischen Spielen von 1936 existierte das Lukraphon-Label zwar weiterhin, durfte aber nur noch zumeist kantorale - Aufnahmen anderer Firmen wiederverffentlichen. (Interessant, dass Aufnahmen aus dem Berlin der Zwanziger Jahre jetzt mit Hinweisen wie London, Sofia oder New York versehen wurden der jeweiligen neuen Heimat emigrierter Knstler).

Das Repertoire der Firma Lukraphon deckte viele Bereiche ab von deutschsprachigem Kabarett ber Arien bis zu avantgardistischen Orchesterauffhrungen. Paula Lindberg etwa, geboren 1897 in Bayern, war eine wunderbare Altistin. Von 1933 bis 1938 war sie Mitglied des jdischen Kulturbundes in Berlin. Lindberg berlebte den Holocaust im niederlndischen Untergrund, sie starb im Alter von 102 Jahren in Amsterdam.

Eine weitere wichtige Einspielung ist eine Orchesterauffhrung, die von Joseph Rodenstock dirigiert wurde. Er wurde 1885 in Krakau, Galizien, geboren. Schon als Elfjhriger ging er als Pianist auf Tournee. Von 1912 bis 1920 lebte er in Wien, danach in Deutschland. Von 1933 bis 1936 gehrte er dem Kulturbund-Orchester in Berlin an. Anschlieend emigrierte er nach Japan, wo er von 1936 bis 1946 lebte. 1947 siedelte er in die USA ber, kehrte aber 1958 nach Deutschland zurck bis 1960 war er Dirigent der Klner Oper. 1985 starb er in New York. Er dirigierte fr Lukraphon den Jdischen Tanz (aus Uriel Acosta), geschrieben vom Neutner Karol Rathaus. Dies ist die erste Einspielung dieser Musik, sie wurde nur wenige Tage nach der Urauffhrung im Mrz 1935 aufgenommen.

Die letzte Anzeige, die Moritz Lewin in einer Zeitung schaltete, datiert vom Dezember 1936. Sein Geschft schloss 1937, dem Jahr, in dem er nach Italien und anschlieend in die USA emigrierte. Lewin starb 1969 verarmt in New York.

4. besondere Probleme

Als mir die Zusammenhnge zwischen dem Kulturbund und den Labels Lukraphon und Semer allmhlich bewusst wurden, machte ich der Firma Bear Family den Vorschlag, die abenteuerliche Geschichte dieser Firmen zu rekonstruieren und den Versuch zu wagen, die kompletten Kataloge dieser beiden Firmen mit einem Begleitheft zu dokumentieren. Vielleicht knnte es noch gelingen, Zeitzeugen ausfindig zu machen, die allerdings inzwischen an die hundert Jahre alt sein mssten. Die Wiederverffentlichung historischer Schellackplatten auf dem digitalen Medium der CD ist inzwischen Stand der Technik und so war ich berzeugt - weitgehend Routinearbeit.

Was war zu tun: Die Schellacks mussten zusammengetragen, dann restauriert und schliesslich berspielt werden. Die Tondokumnte mussten discographisch aufgearbeitet und die Biographien aller Beteiligten recherchiert werden: insbesondere Interpreten, Komponisten, Librettisten, Firmeninhaber.

Hrt sich einfach an, aber die tatschlichen Schwierigkeiten stellten sich als so enorm heraus, dass wir drei Autoren gute drei Jahre, insgesamt also fast 10 Mannjahre, in das Vorhaben investieren mussten. Einige der Schwierigkeiten mchte ich Ihnen jetzt beschreiben.

Ursprnglich war ich davon ausgegangen, dass in der fraglichen Zeitspanne nur eine Firma existierte: Lukraphon. Doch dann stellte sich heraus, dass es tatschlich insgesamt vier verschiedene Labels gab, fr die Kulturbundknstler in Deutschland Aufnahmen machten. Eines gilt fr alle Platten: Sie sind heute auergewhnlich selten weltweit sind bestenfalls nur noch versprengte, einzelne Exemplare zu finden. In keinem Fall standen Aufnahmebcher oder andere Unterlagen der Plattenfirmen zur Verfgung, um ber exakte Aufnahme- oder Herstellungsdaten Auskunft zu geben. Einige Platten sind nur in Katalogen aufgefhrt und konnten bisher in keiner Sammlung nachgewiesen werden.
Die Grnde liegen auf der Hand: Die Platten waren nicht frei im Handel erhltlich und konnten nur von Juden in jdischen Geschften unter Vorlage eines Ausweises erworben werden. Folglich war der Kuferkreis zahlenmig klein darber hinaus auch noch stndig bedroht, verfolgt und finanziell geschwcht. Die Verfolgten hatten andere Sorgen, als ausgerechnet Schallplatten zu sammeln und mit in die Emigration zu nehmen.

Schallplattenbestnde, die Emigranten oder Deportierte zurcklieen, wurden von der Polizei, SA oder SS beschlagnahmt und ber die mit der Verwendung des dem Reich verfallenen Judenvermgens beauftragten Finanzmter schlielich als Rohstoff zur Wiederverwendung an arische Plattenfirmen weitergeleitet. Was diesen Aktionen entging, fiel dem Mutwillen der Nachbarn oder whrend des Krieges den Bomben zum Opfer. Nur wenige Exemplare sind erhalten, wir haben eine beispiellose weltweite Recherche bei privaten Sammlern und ffentlichen Archiven durchgefhrt, von Melbourne nach Sao Paulo, von Haifa bis Los Angeles. Von vielen Platten haben wir nur ein einziges Exemplar ausfindig gemacht von einigen fehlt nach wie vor jede Spur.

Eine Platte fand sich im Nachlass des Trompeters und Orchesterleiters Shabtai Petruschka. Er hat sie der Berliner Akademie der Wissenschaften vermacht und dorthin gesandt. Leider hatte er die Platten in einem Versandbeutel auf die Post gegeben sie kam in diversen Einzelstcken an. Wir haben sie dann auf dem Schosse im Flugzeug nach London transportiert, wo sie von dem weltbesten Schallplattendoktor John R.T. Davies zusammengesetzt wurde, denn das einzig bekannte Zweit Exemplar befand sich bei einem Sammler, der sie fr eine berspielung nicht bereitstellen wollte. Er hat es dann schlielich doch getan, aber erst nachdem wir die zerbrochene Platte mit immensem Zeit und Kostenaufwand restauriert hatten.

Shabtai Petruschka besa noch eine andere Platte, die zwischenzeitlich verloren gegangen ist. Eisler hatte diese Platte jedoch vor Jahren einmal mit einem Amateurgert auf Band berspielt. Aus dem Nachlass des Schlagzeugers Kurt Sommerfeld stammt eine schadhafte Testpressung. Aus beiden Teilen wurde nun die Wiederverffentlichung rekonstruiert. Es ist der Titel La Cucaracha, gesungen von Ferry Gondosch in spanischer Sprache.

Ein besonders interessanter Knstler war der Kantor Israel Bakon, der den Holocaust nicht berlebte. Ein sehr betagter Bruder lebt in Israel. Er freute sich unbndig, dass wir die Aufnahmen zum groen Teil wieder gefunden haben. Ein Exemplar allerdings befindet sich im Besitze eines Berliner Sammlers, der es nicht fr das Projekt zur Verfgung stellen wollte. Vor Jahren schon hatte er dem Nachfahren in Israel eine Bandkopie angefertigt, diese aber vorstzlich verstmmelt, indem er den Aufnahmepegel auf der Tonbandkopie stndig hoch- und heruntergedreht hatte. Der Bruder nun stellte uns diese Bandkopie zur Verfgung. Was tun? Wir haben einen Tontechniker 14 Tage lang fr den Versuch bezahlt, am Computer den ursprnglichen Ton zu rekonstruieren. Er hat die Musik in winzige Segmente zerlegt, und diese von Hand jeweils wieder neu eingepegelt. Das Ergebnis ist nicht umwerfend. Es hrt sich so an.
CD 4/21: Techesaknu, Kantoraler Gesang von Israel Bakon
Wir haben das Tondokument dennoch aufgenommen, denn dieses Projekt wird kaum jemals wiederholbar sein. Der Tontechniker hatt sich dann aber geweigert, auch die Rckseite der Platte mit gleichem Aufwand zu restaurieren.

Am Beispiel von Bakon kann ich eine weitere Problematik erlutern, die sich bei diesem Projekt stellte. Einige sehr orthodoxe Mitglieder der Familie waren schon in den 20er-Jahren in die USA ausgewandert. Diesen Familienmitgliedern hat Kantor Bakon einige der Platten aus Deutschland zugesandt, unmittelbar nachdem er sie in Berlin 1934 aufgenommen hatte. Es war uns unmglich an diese Familie direkt heranzutreten. Zum einen lebt sie weitgehend ohne Auenkontakt zu Personen, die nicht ihrer engeren Glaubensgemeinschaft angehren, zum anderen htte sie nicht zugestimmt, dass die Aufnahmen in einer Box verffentlicht werden, die auch sehr profane Titel ie etwa das eben gehrte La Cucaracha enthlt. An berspielungen dieser Titel heranzukommen, war eine uerst delikate Angelegenheit aber wir haben es letztlich doch geschafft.

Ich hatte als nichtjdischer Deutscher damit gerechnet, dass Holocaust-berlebende sich dem Projekt verweigern wrden, sei es, weil sie die schrecklichen Erlebnisse verdrngt hatten, sei es, weil sie einen Schlussstrich gezogen und mit Deutschen nicht mehr zu tun haben wollten. Tatschlich ist dies in wenigen vereinzelten Fllen auch vorgekommen, aber zu meiner berraschung und Freude haben aber praktisch alle Personen, die wir angesprochen hatten, das Projekt spontan und ohne Vorbehalte untersttzt.

Ein gewisses Problem war jedoch die Vielsprachigkeit. Die Etiketten der Platten waren z.T. deutsch, z.T. englisch, z.T. hebrisch beschriftet. Einige Interpreten bedienten sich auch des Jiddischen. Wir mussten also von Anfang an mehrsprachig arbeiten, in Wort und Schrift. Auch das Begleitbuch ist zweisprachig deutsch-englisch. Eigentlich wollten wir auch eine hebrische bersetzung anfertigen aber vor den damit verbundenen Schwierigkeiten haben wir letztlich das Handtuch geworfen, wenn wir auch sehr viel in Faksimile als Abbildungen untergebracht haben. Auch Gedichte und Lieder haben wir zum Teil in der Originalsprache vollstndig zitiert, nicht jedoch den Begleittext.
Stellen Sie sich vor, Sie mchten die Biographie einer Immigrantin aus dem zaristischen Russland erforschen. Sie hatte einen kyrillisch geschriebenen Namen. Wenn diese Familie nach Deutschland auswandert, transkribiert sie den kyrillischen Namen ins Lateinische, hat den Namen dann vielleicht darber hinaus an deutsche Schreibweise angepasst. Die Betreffende hat dann vielleicht unter einem Knstlernamen aufgenommen. Sie wissen nicht, ob sie den Holocaust berlebt hat. Vielleicht ist ist sie nach Shanghai emigriert, oder vielleicht nach Brasilien, hat dort den Namen wiederum gendert, indem sie ihn der rtlichen Schreibweise angepasst hat. Vielleicht hat sie geheiratet und fortan den Namen des Ehemanns getragen. Vielleicht ist sie nach Israel ausgewandert, hat dann einen Hebrischen Namen angenommen und diesen natrlich in Iwrit ohne Vokale buchstabiert. Also: herauszufinden, was aus Personen geworden ist, war extrem schwierig. Dennoch haben wir schliesslich mit dem Begleitbuch nebenbei ein biographisches Lexikon zusammengestellt dem ersten nach den unsglichen schwarzen Listen der Nazis (beispielweise dem Lexikon der Juden in der Musik), mit denen das Berufsverbot der jdischen Musiker durchgesetzt werden sollte.

Natrlich kann man kann alle mglichen Unterlagen zu Rate ziehen beispielsweise Unterlagen von Entschdigungsmtern, Einwanderungsbehrden, Standesmtern und Einwohnermeldemtern, amerikanische Social Security files, Friedhofsverzeichnisse, Deportationslisten, Passagierlisten, Genealogie-Datenbanken, Anzeigen in Tageszeitungen, etc etc. Eine grosse Hilfe ist in dieser Hinsicht natrlich das moderne Medium des Internet, obgleich dort nur ein Bruchteil der Daten abrufbar ist. Aber die Schwierigkeit bleibt: Man bekommt nur Antworten auf die Fragen, welche man im Wortlaut eingegeben hat. Nehmen wir den Fall des Kantors und Komponisten Boas Bischofswerder. Wir wussten, dass er nach England emigrieren konnte und nach Kriegsausbruch von den Briten nach Australien deportiert wurde, aber wir konnten ihn dort nicht ausfindig machen. Irgendwann sind wir darauf gekommen, dass er sich dort Boaz Bishopswerder nannte, auch Bojas Werder.

Eine besondere Entdeckung von uns war, dass einige Aufnahmen, die von jdischen Knstlern in Berlin aufgenommen wurden, in Deutschland gar nicht im Handel waren sondern vielmehr in Palstina. Beer Meyblatt, ein Immigrant aus Polen, der frher bei der Firma Syrena beschftigt war, grndete 1934 in Palstina die Firma Achwa mit einer Gesamtproduktion von immerhin 17 Platten. Nach der Firmenpleite grndete er eine zweite Firma: Bema, mit einer Gesamtproduktion von nur zwei Schellackplatten. Meyblatt war somit der Pionier der dortigen Plattenindustrie lange vor der Staatsgrndung Israels!

Fast alle bekannten Exemplare stammen aus einer einzigen Quelle. Mein Freund Ejal Eisler hrte whrend seiner Militrzeit von einem alten Geschftshaus in Tel Aviv, das abgerissen werden sollte. Dort sollten sich im Keller Kisten und Regale mit Schellackplatten befinden. Seinen Offizier von diesen wohl absurd erscheinenden Grnden fr ein Urlaubsgesuch zu berzeugen war einfach im Vergleich zu den vielen Worten, die ntig waren, um den neuen Besitzer dazu zu bewegen, fr kurze Zeit den Abbruch des Hauses aufzuschieben und zu erlauben, die Bestnde zu sichten. Schlielich bewilligte er eine Stunde und so konnte Eisler nur einen Bruchteil der Bestnde flchtig sichten. Tausende Platten wurden unmittelbar darauf vom Abrissbagger zermalmt.

Gerettet wurden Aufnahmen mit dem Tanzorchester des Jdischen Kulturbunds. Mit diesen hat es folgende Bewandnis: Maiblatt wollte eine neue Firma grnden, hatte aber keinerlei Repertoire. Er berredete den bereits nach Palstina ausgereisten Snger Joseph Goland, wieder zurck nach Berlin zu reisen, um 1934 mit dem Kulturbund-Orchester Platten aufzunehmen. Technisch gefertigt und herausgegeben wurden sie dann von Maiblatt in Palstina. Diese Schallplatten wurden unter primitivsten Verhltnissen auf einer Handpresse hergestellt, mit der - ich vermute mal - vorher Schuhe besohlt wurden. Das Rohmaterial war nicht gutes Schellack, das gab es nicht. Man hat Pappkarton genommen und hat die Rillen der Matrizen, die aus Deutschland kamen, direkt in den Pappkarton hineingepresst.

Die Qualitt dieser Schallplatten war so entsetzlich schlecht, dass niemand diese Schallplatten kaufen wollte. Die Firma ist dann dazu bergegangen zu sagen: jeder, der die Schallplatten kauft, die wir hergestellt haben, bekommt ein Grammophon dazu geschenkt. Und selbst dann hat sich diese Schallplattenfirma nicht durchgesetzt, und die Platten sind nach weniger als einem Jahr wieder vom Markt genommen worden und gehren heute zu den allergrten Raritten.

Und bedurften besonderer Sorgfalt. Die Aufarbeitung der Papp-Platten war eine der grten Herausforderungen fr die technischen Mitarbeiter der Edition. Denn wir bekamen natrlich nicht fabrikneue Exemplare auf den Tisch, sondern solche, welche offenbar mit Stahlnadeln und schweren Schalldosen dazu gedient hatten, das Prinzip der spanabhebenden Fertigung zu demonstrieren. Bei einigen Platten hatte die Stahlnadel die Pappe regelrecht penetriert, so dass man durch das Loch schauen konnte Und dazu kam, dass das Mittelloch auf dieser Handpresse nicht immer genau getroffen wurde und die Musik exzentrisch aufgenommen wurde und jaulte. Wir haben vor riesigen Problemen gestanden, aus diesen Fetzen wieder die Nutzsignale rauszubekommen. Wir haben schlielich einen Toningenieur ausfindig gemacht, der sich eine eigene Soft- und Hardware ausgedacht hat, um auf elektronischem Wege diese Rillen wieder zum Leben zu erwecken. Dennoch haben wir die Aufnahmen von den Papp-Platten vorsichtshalber auf eine eigene CD sortiert. Wer sie hren will, sollte seine Erwartungen an die technische Qualitt vorher auf das richtige Niveau einstellen. Diese Schallplatten sind historisch von unermesslichem Wert, aber nichts fr zartbesaitete Ohren, die sich einen modernen Musikgenus verschaffen wollen. Generell galt fr die Bearbeitung der alten Aufnahmen, dass die Restauratoren mit groer Vorsicht vorgegangen sind und keineswegs alles, was heute technisch mglich ist, auch getan haben. Man kann ber Frequenzweichen smtliche Nebengerusche herausfiltern. Das Unglck will es aber, da, wenn man so etwas macht, auch Nutzgerusche mit entfernt werden - leider entfernt man gleichzeitig nolens volens auch Musik. Ich habe groen Wert darauf gelegt, dass wir nichts von dem entfernen, die Plattenbesitzer damals gehrt haben. Unter Archivaren und Archologen ist es eigentlich selbstverstndlich ist, dass man nichts am Original verndert, nichts hinzutut, aber auch nichts wegnimmt.

Als Beispiel stelle ich Ihnen die Einspielung unter dem Namen Dodah vor. Dieser Titel ist von besonderer historischer Bedeutung es ist der erste in neu-hebrischer Sprache aufgenommene Foxtrott. Er ist ein Beleg fr die ausgefeilte Arrangier-Technik des Bandleaders Siegmund Petruschka.
CD 11/5: Dodah, Foxtrot, gesungen von Goland, mit Orchester Petruschka

Zusammenfassend knnen wir mit Stolz sagen, dass wir fast alle Tondokumente, die irgendwann einmal existiert hatten, wieder zusammenfgen konnten. Die Nazis, die alles Jdische ein fr allemal vernichten und zum Verstummen bringen wollten, haben nun doch verloren die Stimmen leben fort.

Und nicht nur die Stimmen sondern sogar ein Film und auch das ist eine unglaubliche Geschichte. Die zionistische Gemeinde in Deutschland wollte angesichts der Repressionen fr die Emigration nach Palstina werben und hatte hierfr einen Kurzfilm in Auftrag gegeben. Die Handlung ist einfach: Der Geiger Andreas Weisgerber schlendert durch Jerusalem, macht die Bekanntschaft eines Araberjungen und spielt diesem vor den Toren der Stadt in den Ruinen von Absaloms Grab eine Geigenmelodie vor. Die Film-Auenaufnahmen fanden tatschlich statt, doch da es in Palstina damals keine Tonstudios gab, musste auch Weisgerber 1934 aus dem Exil nach Berlin reisen, um bei der Tobis die Synchronisation vorzunehmen.
Bei dieser Gelegenheit machte er auch fr Lukraphon vier Plattenaufnahmen, die wie der Film seit 60 Jahren verschollen sind. Durch einen aberwitzigen Zufall machten wir Familienmitglieder ausfindig, die ein Album mit allen Schallplatten des schon 1941 verstorbenen Geigers aufbewahrten. Alle Platten waren darin, doch die Tten, welche die Lukraphon-Platten enthalten sollten, trugen den handschriftlichen Hinweis, dass diese zerbrochen und fortgeworfen worden seien. Unsere Enttuschung war gro. Dann fanden wir aber doch noch die Testpressung eines Titel, von dem allerdings durch einen Randbruch die Anfangstakte fehlten. Diese haben wir so rekonstruiert, dass man nichts mehr bemerkt. Aber jetzt kommt das Schnste, die Familie bewahrte in einem Koffer noch Filmschnipsel auf, von denen sich herausstellte, dass es die verworfenen sogenannten Out-Takes des verschollenen Filmes Hebrische Melodie waren. Mit Hilfe der Cinemathek in Jerusalem konnte der Film zu 99% mitsamt der Tonspur rekonstruiert werden und wir haben diese Trouvaille als DVD der Box beigefgt.
DVD: Hebrische Melodie

Fr diejenigen, die keine Mglichkeit haben, eine DVD abzuspielen, haben wir die Tonspur auch auf CD kopiert. Alles in allem haben wir rund 14 Stunden Musik fr die Nachwelt gerettet und in einem umfnglichen und reich bebilderten zweisprachigen Buch (Deutsch-Englisch) dokumentiert. Man kann durchaus mit Berechtigung sagen, da wir die Plne der Nazis durchkreuzt haben, die Interpreten der Vergessenheit preiszugeben. Sie sind jetzt wieder fr jedermann zugnglich.




Vorbei
...Dokumentation jdischen Musiklebens in Berlin, 1993 - 1938
11-CD/1 DVD-Box (LP-Gre)
mit gebundenen, reich illustrierten 520 seitigem BUch, zweisprachig Deutsch/Englisch

BCD 16030 LM
EAN-Code: 4000127160300
ISBN NIMMER: 3-89795-825-2


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